Chorwochenende

ÄlvåsaÄlvåsaLetztes Wochenende bin ich, wie angekündigt, mit meinem Chor auf Probenfahrt nach Älvåsa gefahren, einer Art Ferienheim 70km nordwestlich von Uppsala. Bei der Ankunft stellte ich erstmal fest, dass ich natürlich das Wichtigste vergessen hatte: Hausschuhe. Die Schweden ziehen doch immer direkt hinter der Haustür die Schuhe aus und zweieinhalb Tage auf Socken inkl. Küchendienst gestalteten sich dann ein wenig nasskalt. Ging aber. Die Duschen und Toiletten waren in einem eigenen Gebäude, so dass man zumindest dorthin mit Schuhen gehen konnte. Am Freitagabend wurde gleich noch geprobt, danach ging es dann ziemlich direkt ins Bett. (Zumindest für mich. Es waren nämlich nicht genug Betten da, aber als Austauschstudent hat man natürlich leider keinen Schlafsack zur Verfügung...) Frühstück war für acht Uhr angesetzt so dass ich, überfüllte Duschen einplanend, meinen Wecker auf sieben gestellt hatte. Als der klingelte regte sich in dem Raum mit 24 Betten allerdings gar nichts, also blieb ich erst mal liegen. Zwanzig Minuten später bin ich dann doch aufgestanden und zum Duschen geschlichen. Das mit dem Frühstück war wohl "ab acht" und auch dann eher eine Richtlinie, jedenfalls war ich irgendwie immer der erste. BässeBässe Sprachlich gestaltete sich das Ganze nach wie vor schwierig, weil Piotr aus Polen und ich die einzigen der fünfzigköpfigen Gruppe waren, die kein Schwedisch können. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, nicht wenigstens den Kauderwelsch-Sprachführer mitgenommen zu haben, die Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Aber zumindest die Zahlen und Chorvokabeln kann ich jetzt: "Sista sidan, andra system, takt sjuttioåtta." Und mit Sprachen im allgemeinen ging es auch schwer bergauf: Ich singe jetzt auf Deutsch, Russisch, Isländisch, Lateinisch und natürlich Schwedisch. Und vor allen Dingen sehr viel: Geprobt wurde am Samstag sechseinhalb Stunden, danach wurde die Party vorbereitet, auf der dann bis so um zwölf weitergesungen wurde. Danach durfte dann die Stereoanlage übernehmen. Russland-PartyRussland-PartyDie Party war natürlich das zentrale Ereignis. Noch bevor irgendetwas anderes für die Fahrt organisiert war wurde schon bekanntgegeben, dass man sich um passende Kleidung für das Thema "Russland" kümmern sollte. Aus organisatorischen Gründen hatte ich mich gegen die folkloristisch-pelzige und für die synthetisch-aktuelle Richtung entschieden und mir bei Myrorna Second Hand eine fiese Joggingjacke besorgt. Die anderen Kostüme waren zum Teil deutlich aufwändiger geraten: Sowjet-Offiziere, jede Menge Babuschkas, Elite-Athleten und zwei Gorbatschows. Ich war beim Fotografieren leider nicht so erfolgreich, bemühe mich aber um die Bilder der Anderen. Wird nachgereicht. Am Sonntag wurde dann noch einmal zwei Stunden lang geprobt und trotz etwas benommener Stimmung war die Dirigentin zufrieden: "Inte dåligt på morgon efter party." Danach wurde das Haus gesäubert und es ging zurück nach Hause. Nächste Woche kann ich das gelernte dann anwenden - unser erster Auftritt steht bevor.